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Abstract


Die Prognosen, die uns das «Worldwatch Institute» stellt

Pünktlich zur Jahresmitte veröffentlicht die Crew von Lester R. Brown mit «Vital Signs» ausgewählte Umweltindikatoren, die nicht immer über alle Interpretationen erhaben, im Vergleich über die Jahre aber dennoch aufschlussreich sind.<br/>Das Motto, unter dem die neuste Ausgabe erschienen ist, lautet «ein Jahr der Kontraste». In der Tat wechseln sich eher positive und tendenziell negative Trends ab. Noch nie wurde so viel Energie verbraucht wie 1996, dafür stieg die Produktion von Windkraft um 26 Prozent, jene von Photovoltaik um 15,5 Prozent. Das Jahr war das viertwärmste seit 1866, der Kohlenstoffgehalt in der Atmosphäre war noch nie so hoch wie heute; die wetterbedingten, versicherten Schäden erreichten einen neuen Rekord von 60 Milliarden Dollar. Dafür sind die Zahlen der Rüstungsproduktion und jene der Soldatinnen und Soldaten rückläufig, ebenso der Wachstumszuwachs bei der Weltbevölkerung. Die schlechte Nachricht: Letztgenanntes ist teilweise auf erhöhte Sterblichkeitsraten zurückzuführen. Zudem sinken die Lebensmittelvorräte, was unter anderem eine Folge der Wasserknappheit ist.<br/>Hoffnungsvoll gibt sich das Institut beim Verkehr: 1995 hätten Velofabriken weltweit 109 Millionen Fahrräder hergestellt, davon 41 Millionen in China und 12 Millionen in Indien. Auch europäische Länder würden den Gebrauch von Velos fördern. Grossbritannien etwa will den Veloverkehr bis zum Jahr 2012 vervierfachen, was nach viel klingt und lobenswert ist, beim verhältnismässig geringen Veloanteil im britischen Verkehr aber nicht allzu bedeutsam ist.<br/>Für einen schnellen Überblick über fast alle Schlüsselfragen in Umweltthemen ist dieses Buch nach wie vor unumgänglich. Ausserordentlich spannend ist zudem ein Thema, das auf den ersten Blick nur mittelbar mit der Umwelt zu tun hat und das «Worldwatch» gleichwohl aufgreift: Die Hälfte der heutigen Sprachen, vor allem indigene Idiome, wird im Verlauf des nächsten Jahrhunderts sterben. Trotz einigen Fortschritten für die Umwelt (wobei diskutabel ist, ob die steigende Zahl von Elektromobilen wirklich als Fortschritt gelten soll) ist also überhaupt nichts gewonnen. Das wussten wir zwar schon vor «Vital Signs» – hier aber steht es schwarz auf weiss.

Stichworte: Länder, Zahlen, Zustand der Umwelt, Atomkraftwerke, fossile Brennstoffe, Getreide, Hunger, Sojabohnen, Anbau, Fleischproduktion, Schafe, Geflügel, Rinder, Fischfang, Fischerei, Geothermie, Erdwärme, Dünger, bewässertes Land, Schwefelemissionen, Stickoxidemissionen, Weltwirtschaft, Rundholzproduktion, Holz, Wälder, Sturmschäden, Forschung und Entwicklung, Ökosysteme, Artenvielfalt, Biodiversität, Sozialökologie, Demographie, Bevölkerungsentwicklung, Krankheiten, Grafiken
Schlagwort: Bücher und neue Medien > «Buch des Monats»

Medium:
Ökomedia
Publikationsdatum: 01.06.1997
Autor: tsc.

Buchangaben:
Vital Signs 1997. The Trends That Are Shaping Our Future, W.W. Norton & Company, New York, 1997.
Buchautor: Brown, Lester R. / Renner, Michael / Flavin, Christopher (Ed.)
Seiten, Preis: 165 S. / 12 $

Abstract-Nr: 48542
Abstract-ID: 00511300004